Aktuelles

 

So bunt wie das Leben
Menschen mit Handicap sprechen in eigener Radiosendung ĂŒber ihr Leben


Alle gemeinsam fĂŒr ihr Radioprojekt ĂŒber das Leben im Ambulant Betreuten Wohnen
(v.l.): Vera Plieth, Ute Brink, Conny Rupp, Christina, Vera, Manfred FĂŒchtenkamp, Reinhild, Stefanie LĂ€ssig und Micki. Foto: Beule

LIPPSTADT    „Entschuldigung, wissen Sie, was ambulant betreutes Wohnen heißt?“ – diese Frage stellten Klienten des „Betreuen und Wohnen im Kreis Soest“ Passanten auf der Straße und sammelten damit O-Töne fĂŒr ihre Radiosendung, die sie gemeinsam mit Mitarbeitern und BĂŒrgerfunk-Medien-Trainer Conny Rupp erstellt haben.

Eines vorweg: Viele der Passanten wussten es nicht, andere hatten sogar gĂ€nzlich falsche Vorstellungen. „Das hat uns ehrlich gesagt schon etwas irritiert“, sagt Stefanie LĂ€ssig von „Betreuen und Wohnen im Kreis Soest“. Die 21 Mitarbeiter des Ambulant Betreuten Wohnens machen Menschen mit geistigen, geistig-psychischen oder ausschließlich psychischen Handicaps peu Ă  peu fit fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben – in der eigenen Wohnung oder in Wohngemeinschaften. „Umso wichtiger ist es uns, zu informieren und unsere Arbeit bekannter zu machen“, so LĂ€ssig.

Die Idee zur eigenen Radiosendung habe sie schon lĂ€ngere Zeit im Hinterkopf gehabt. Darum habe sie bei Radio Lippeland, dem BĂŒrgerfunk im Kreis Soest, angefragt. Im vergangenen Jahr ging’s in einer ersten Sendung zunĂ€chst um die verschiedenen Einrichtungen und die Geschichte des Vereins, aus dem schließlich „Betreuen und Wohnen im Kreis Soest“ entstanden ist. „Da war uns schon klar, dass das der Auftakt zu einer ganzen Reihe sein könnte“, so LĂ€ssig. „Und jetzt kommen auch unsere Klienten zu Wort – schließlich wollen wir so das ganze pralle Leben bei uns abbilden.“

Und dass die dabei ganz viel Spaß hatten, ist der rund 50-minĂŒtigen Sendung auch anzuhören: lockere Moderationen, eigene Schwerpunkte und natĂŒrlich eine bunte Auswahl an Lieblingsliedern. Viola, Christina, Reinhild und Micki – die Klienten – sprechen frei von ihren EinschrĂ€nkungen, von ihrem Leben mit Handicap und davon, wie sehr sie es genießen, ein eigenstĂ€ndiges Leben zu fĂŒhren – aber auch von WĂŒnschen und Zielen. ErgĂ€nzt wird das Ganze mit Informationen der Mitarbeiter Vera Plieth, Ute Brink, Manfred FĂŒchtenkamp und Stefanie LĂ€ssig. „Aber es ist richtig komisch, sich selbst sprechen zu hören“, sagt Christina, als die Mitwirkenden die Aufzeichnung zum ersten Mal gemeinsam anhören.

Übrigens gab es keine Vorgabe, ĂŒber was die Klienten sprechen, erklĂ€rt LĂ€ssig. „Das ist toll und macht es authentisch“, ist sich Conny Rupp, der als Medientrainer bei Radio Lippeland arbeitet, sicher. Da ist es auch nicht schlimm, wenn sich jemand am Mikrofon mal verhaspelt. „Da hab ich wohl Störungen gehabt“, erklĂ€rt Micki seinen kleinen Stotterer in der Sendung und steckt alle mit seinem herzhaften Lachen an.

Vor allem die Auswahl der Musik habe viel Spaß gemacht, sind sich alle einig. Die ist nĂ€mlich genauso bunt gemischt wie die Mitwirkenden selbst. „Jeder durfte sein Lieblingslied aussuchen“, erklĂ€rt LĂ€ssig. Von Metal ĂŒber Rap bis hin zu Schlager ist darum alles dabei – genauso unterschiedlich wie die einzelnen Mitwirkenden eben.

Ob es fĂŒr sie schwierig war, so frei und ehrlich ĂŒber ihr Leben mit EinschrĂ€nkungen zu sprechen? Reinhild schĂŒttelt energisch den Kopf. „Ich stehe dazu und fertig.“ Und Viola fĂŒgt entschieden hinzu: „Schließlich sollen nicht nur die gesunden Menschen ins Radio kommen.“    kty

In den eigenen vier WĂ€nden

Selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben und so viel Hilfe erfahren, wie es nötig ist, um selbststĂ€ndig zu sein – das ist seit 25 Jahren das Ziel des Ambulant Beutreuten Wohnens unter dem Dach von „Betreuen und Wohnen im Kreis Soest“. Dank der Einrichtung können Menschen mit geistiger Behinderung oder Minderbegabung, mit Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung oder Menschen mit psychischer Behinderung, neurologischer Erkrankung oder traumatischer Störung ein selbstbestimmtes Leben fĂŒhren – in den eigenen vier WĂ€nden oder einer Wohngemeinschaft. Gemeinsam mit dem Klienten wird ein individueller Hilfeplan erstellt, der genau auf ihn zugeschnitten ist. Zur Seite stehen ihnen persönliche Bezugsbetreuer, die den Klienten im Alltag unter die Arme greifen.

Die Sendung mit den Klienten ist am Montag, 15. Mai, um 20 Uhr im Hellweg Radio zu hören. Zur Auffrischung gibt’s eine Woche zuvor, am Montag, 8. Mai, um 20 Uhr noch einmal die erste Sendung.

 

13.06.2013

FĂŒr Weltrekord reichte es leider nicht

Samstag, 13.40 Uhr am Böllhoffhaus in Erwitte: Noch ist die Menschenmenge vor dem Absperrseil ĂŒberschaubar. Die jugendlichen Ordner beginnen damit, die Freiwilligen auf den abgegrenzten Parkplatz am Böllhoffhaus zu lassen, auf dem sich gegen 14 Uhr mindestens 1156 von ihnen versammeln sollen, um fĂŒnf Minuten einen Papierhut aufzusetzen.

Doch der aufkommende Wind scheint die Erwitter in Richtung des Schlosses zu pusten, denn langsam wird das Gemurmel an der Schloßallee lauter und die Schlangen an den drei EingĂ€ngen lĂ€nger. Und die Hoffnung keimt auf, dass der Guinnessbuch-Weltrekordversuch im Rahmen der 72-Stunden-Aktion mit dem Motto „Uns schickt der Himmel“ tatsĂ€chlich gelingen könnte.

14 Uhr: Noch sind nicht alle Menschen auf das großflĂ€chige Areal gelangt. Unter den mit HĂŒten bereits versorgten Personen herrscht gute Laune, die Kinder spielen Fußball und im Hintergrund dröhnt die Musik. Fleißig verteilen die engagierten Jugendlichen Kopfbedeckungen und HandbĂ€nder, mit denen die genaue Personenzahl festgehalten wird, an die letzten noch eintrudelnden Freiwilligen. Doch gegen 14.15 Uhr steht fest: FĂŒr den Rekord „die meisten Menschen mit Papierhut“ reicht es leider nicht.

Gemeindereferent Christof Stracke ist trotzdem stolz auf seine SchĂŒtzlinge, die es geschafft haben, in kĂŒrzester Zeit rund 600 Freiwillige auf dem Parkplatz zu versammeln. Und auch wenn der Rekordversuch daneben ging, war die 72-Stunden-Aktion im Pastoralverbund Erwitte am vergangenen Wochenende ein voller Erfolg.

Denn die 80 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von fĂŒnf bis 25 Jahren hatten seit Donnerstag, 17.07 Uhr, drei Tage Zeit, um zusammen mit den Bewohnern des WohnstĂ€ttenverbundes der Betreuen und Wohnen gGmbH einen Tag der offenen TĂŒr auf die Beine zu stellen. „Dabei gingen sie in die verschiedenen Wohngruppen, bereiteten mit ihnen Aktionen vor und backten zusammen Kuchen“, berichtet Christof Stracke ĂŒber die Teilnehmer, die aus den Messdienergruppen Erwitte und Horn und aus der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) stammten.

Und so fand am vergangenen Samstag von 11 bis 17 Uhr ein laut dem Gemeindereferenten ordentlich besuchtes Sommerfest am Wohnhaus fĂŒr Menschen mit einer Behinderung in der Von-Droste-Straße statt. Die kleinen Besucher tobten sich auf einer HĂŒpfburg und bei anderen vorbereiteten Spielen aus und die Erwachsenen lernten bei Kaffee und Kuchen die Erwitter Einrichtung kennen.

Deswegen war Christof Stracke auch nicht enttĂ€uscht ĂŒber den fehlgeschlagenen Weltrekord-Versuch. Denn dieser Rekord wĂ€re nur das „SahnehĂ€ubchen“ auf der vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gestellten Aufgabe gewesen, die die jungen Menschen laut dem Gemeindereferenten mit Bravour gelöst haben: „Es entstand dabei ein toller Kontakt zwischen den Jugendlichen und den behinderten Menschen. Und die jungen Leute haben gemerkt, was sie alles in der Lage sind, zu stemmen.“ Auch der BDKJ sah das so und verlieh den Teilnehmern fĂŒr ihren Erfolg wĂ€hrend der Abschluss-Andacht am Sonntag eine Urkunde. - so

Originalbericht im Patriot

 

13.06.2013

Weltrekord mit PapierhĂŒten

72-Stunden-Aktion startet fĂŒr Betreuen und Wohnen
ERWITTE - Gespannt hingen am Donnerstagnachmittag Kinder und Jugendliche aus den Messdienergruppen Erwitte und Horn sowie der Kath. jungen Gemeinde (KjG) an den Lippen von Nicole Heimlich vom Dekanat Lippstadt-RĂŒthen. Um Punkt 17.07 Uhr verkĂŒndete sie u.a. im Beisein der Geistlichen Hans Gerd Westermann, Henner Pohlschmidt und Thomas Schmidt sowie der Gemeindereferenten Christof Stracke und Christa Rieke auf dem Marktplatz die Aufgabe fĂŒr die 72-Stunden-Aktion unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“. Sie lautet: „Organisiert mit den Bewohnern des WohnstĂ€ttenverbundes der Betreuen und Wohnen gGmbH einen Tag der offenen TĂŒr fĂŒr Samstag von 11 bis 17 Uhr.“

Dazu statten die Teilnehmer am Freitag der Tagesstruktur Besuche ab und gestalten ein Abendprogramm samt Musikproben. Am Samstag singt um 11 Uhr ein Aktions-Chor gefolgt von Programm.

1200 Freiwillige fĂŒr Samstag gesucht

Besonders spannend wird es ab 14 Uhr auf dem Parkplatz am Böllhoffhaus (SchlossgelĂ€nde). Dort soll der Weltrekord „Die meisten Menschen mit Papierhut“ aufgestellt werden. Benötigt werden rund 1200 Freiwillige, die gemeinsam fĂŒr fĂŒnf Minuten PapierhĂŒte aufsetzen, um so ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen. FĂŒr Sonntag um 12 Uhr ist eine Andacht und ein gemeinsames Mittagessen geplant. NĂ€heres auf Facebook unter „72h Aktion Erwitte“

Originalbericht im Patriot

 

15.10.2012

Neues Wohnhaus fĂŒr Menschen mit Behinderung in Erwitte eingeweiht.

Am Samstag, 13.Oktober, wurde das „Wohnhaus fĂŒr Menschen mit einer Behinderung“ in der Von-Droste-Straße in Erwitte in einer internen Feierstunde ofïŹziell seiner Bestimmung ĂŒbergeben. In einer Bauzeit von einem Jahr ist das Objekt von der „Betreuen und Wohnen im Kreis Soest gemeinnĂŒtzige GmbH“ entstanden, das 24 erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung, einer intellektuellen Minderbegabung und/oder einer Doppel- bzw. Mehrfachbehinderung ein neues Zuhause bietet.

Sonderveröffentlichung im Patriot

Sonderseite im Wochentip
Pressebericht im Patriot

 

05.07.2011

Infobrief 01.2011


Aus dem Inhalt:

  1. Tagestruktur fĂŒr Seniorinnen und Senioren

  2. Die Individuelle Hilfeplanung
    Vollendung der Papierflut oder Fortschritt im Sinne der Menschen?

  3. Baubeginn
    Wohnhaus fĂŒr Menschen mit Behinderung in Erwitte

>> Infobrief als Download

15.06.2011

Der Patriot schreibt:

FunktionalitÀt ist Trumpf



ERWITTE - 24 Menschen, die ein geistiges, geistig-psychisches oder ausschließlich psychisches Handicap haben, werden ab Ende des Jahres 2011 reichlich Leben in den Neubau der Betreuen und Wohnen im Kreis Soest gGmbH bringen. Der teilweise dreigeschossige und ĂŒber 1 000 Quadratmeter große GebĂ€udekomplex entsteht an der von-Droste-Straße neben Sozialstation und Marienhospital (wir berichteten).

2,25 Millionen Euro (es fließen ZuschĂŒsse in Höhe von rund 530 000 Euro, außerdem werden knapp 800 000 Euro als zinsgĂŒnstiger Kredite gewĂ€hrt) werden in die Hand genommen, um die großflĂ€chigen Einzelappartements, die Multifunktions-, BĂŒro- und GemeinschaftsrĂ€ume etc. zu schaffen.

Die kĂŒnftigen Bewohnerinnen und Bewohner werden - zumindest nach derzeitigem Stand der Dinge - zwischen Mitte 20 und Ende 70 Jahre alt sein. Sie kommen aus Einrichtungen in Benninghausen oder wohnen bereits seit einiger Zeit betreut in Erwitte. Diese Personengruppe ist somit in der Hellwegstadt lĂ€ngst voll integriert.

Geschaffen werden in dem offenen GebĂ€udekomplex 24 wohnliche Appartements, jeweils mit eigenen Nasszellen, Wohn- und Schlafraum sowie Eingangsbereich ausgestattet. Sogar kleine KĂŒchen können - je nach individuellem Bedarf - eingebaut werden.

Wilhelm Glarmin von der Betreuen und Wohnen gGmbH (O-Ton: „Wir vermieten Wohnraum und bieten Betreuung“), Einrichtungsleiter Egbert Große HĂŒlsewiesche, Innenarchitektin Andrea Wisk sowie die Erwitter Architekten JĂŒrgen Sander und Thomas Pusch stellten den Stand der Dinge fĂŒr das Projekt vor.

Sie wiesen dabei auf die Tatsache hin, dass die 24 Wohneinheiten ganz individuell möbliert werden dĂŒrfen. So könne - je nach Machbarkeit fĂŒr die einzelnen Bewohner - zwischen eigenen Möbeln oder auch gestellter Standardausstattung gewĂ€hlt werden. In jedem Fall aber soll den Bewohnerinnen und Bewohnern möglichst viel EigenstĂ€ndigkeit erhalten bleiben. Genau deshalb gibt es beispielsweise im Erdgeschoss auch fĂŒnf Einheiten mit eigenen AußentĂŒren.

Die neue funktionelle Einrichtung von Betreuen und Wohnen ist demnĂ€chst 24 Stunden am Tag geöffnet. Der klassische „Heimcharakter“ fĂ€llt also komplett weg. Ein Teil der Bewohner wird auch weiterhin einer regelmĂ€ĂŸigen Arbeit nachgehen, der andere hingegen hĂ€lt sich tagsĂŒber betreut in der unmittelbar benachbarten Tagesstruktur auf.

Außerdem wird den Menschen mit Behinderung in ihrem kĂŒnftigen Wohnhaus im Bedarfsfall individuelle Hilfe gewĂ€hrt. So gibt es stets feste Angebote und Programme. Wilhelm Glarmin: „Wir wissen derzeit auch noch nicht ganz genau, ob es kĂŒnftig einen festen Nachtdienst oder eine nĂ€chtliche Rufbereitschaft gibt.“ Das neue Wohnhaus wird zudem ĂŒber großzĂŒgige Außenanlagen mit Sinnesgarten etc. verfĂŒgen, in den einzelnen Appartements und MultifunktionsrĂ€umen modernste technische Anschlussmöglichkeiten fĂŒr TV, Computer etc. vorhalten und auch Wert auf die Kommunikation der Bewohner untereinander - so denn von ihnen gewollt - legen. Das WohngebĂ€ude wird nach seiner Fertigstellung einen Aufzug vorweisen können. Außerdem sind ein paar Appartements so konzipiert, dass sich jeweils zwei davon durch eine ZwischentĂŒr miteinander verbunden lassen.

Dass Menschen mit Behinderung lĂ€ngst fest am Leben in Erwitte teilnehmen, bewies zuletzt eine vollauf gelungene Schlagerparty in RĂ€umen der Hellweghalle, zu der die Betreuen und Wohnen gGmbH fast 150 GĂ€ste aus dem ganzen Kreisgebiet begrĂŒĂŸen konnte. Gute Unterhaltung war dort angesagt, die Stimmung entsprechend toll. - mig

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07.06.2010

Der Patriot schreibt:

Betreutes Wohnen im Herzen der Stadt
In unmittelbarer NĂ€he von Marienhospital und Sozialstation entstehen RĂ€umlichkeiten fĂŒr Menschen mit einer Behinderung

ERWITTE - Auf einem Erbpacht-GrundstĂŒck der von-Hoerdeschen Stiftung lĂ€sst die Betreuen und Wohnen gGmbH im Kreis Soest mit einem Kostenaufwand von rund 2,25 Millionen Euro ein Wohnheim errichten (wir berichteten). Das nach neuesten Erkenntnissen konzipierte GebĂ€ude soll Heimat fĂŒr Menschen mit einer Behinderung werden und gleichzeitig Betreuung anbieten. Das GebĂ€ude entsteht in unmittelbarer NĂ€he von Krankenhaus und Sozialstation, im Herzen der Stadt also.

Die Planungen des ArchitekturbĂŒros zeigen das GebĂ€ude von Norden beziehungsweise von SĂŒden. In der unteren Grafik ist im Hintergrund schemenhaft das Marienhospital zu erkennen.

AnlĂ€sslich des ersten Spatenstiches, den u.a. Erwittes BĂŒrgermeister Peter Wessel und Pfarrer Hans Gerd Westermann vornahmen, ging es nicht nur um Ausrichtung, Zielsetzung und Finanzierung des GebĂ€udes. Das Erwitter ArchitekturbĂŒro Sander erlĂ€uterte nĂ€mlich auch die Detail-Planungen fĂŒr das Vorhaben.

So soll in absehbarer Zeit mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Nach aktuellem Stand der Dinge wird mit einer Fertigstellung des gesamten GebÀudes im Sommer nÀchsten Jahres gerechnet.

Das Wohnheim fĂŒr Menschen mit einer Behinderung gliedert sich nach Inbetriebnahme in 24 eigenstĂ€ndige Wohneinheiten. Alle sollen mit einem rollstuhlgerechten Bad sowie einer KĂŒchenzeile ausgestattet werden. Diese KĂŒchenzeilen sollen den Bewohnerinnen und Bewohnern (fast alle leben schon seit Jahren in Erwitter Wohnungen, sind in der Hellwegstadt voll integriert) die Möglichkeit der Selbstverpflegung einrĂ€umen.

Die Wohneinheiten im Erdgeschoss des GebĂ€udes haben jeweils einen eigenen Terrassenbereich. Im ersten und zweiten Obergeschoss des Heimes sind barrierefrei erreichbare Balkone fĂŒr jedes Wohnelement vorgesehen.

Das Konzept des gesamten Heimes soll außerdem den verĂ€nderten Anforderungen durch Menschen mit einem höheren Bedarf an Hilfe im tĂ€glichen Leben gerecht werden.

Neben dem eigentlichen Wohnbereich soll das Haus diverse RĂ€umlichkeiten fĂŒr gemeinsame AktivitĂ€ten vorhalten. Interessant dĂŒrfte auch das AußengelĂ€nde werden, denn dort ist u.a. ein Sinnesgarten geplant. Auf einem Rundweg sind verschiedene Stationen zu erreichen. Beispielsweise das KrĂ€uterhochbeet oder auch der „FĂŒhlweg“. Zum Verweilen sollen ferner weitere Terrassen, SitzbĂ€nke und Pavillons einladen.

Beim ersten Spatenstich war von den Rednern deutlich gemacht worden, dass fast alle kĂŒnftigen Bewohnerinnen und Bewohner den Bau ihres neuen Wohnheimes hautnah miterleben können. Der Großteil von ihnen lebt nĂ€mlich bereits jetzt in zentrumsnahen, betreuten Wohneinheiten im Herzen Erwittes. - mig


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07.06.2010

Der Patriot schreibt:

Ehe-Bund ist auch ein StĂŒck mehr NormalitĂ€t
Anni Kortmann (65) und Wilhelm Dorsch (75) geben sich das Ja-Wort. Die beiden haben sich vor 30 Jahren im Heim in Benninghausen kennengelernt

LIPPSTADT - Als Wilhelm Dorsch im Trauzimmer an seiner Jacke nestelt und seine Zigaretten herausholen will, weist ihn seine zukĂŒnftige Ehefrau Anni zurecht: „Nicht rauchen, Willi!“ Der Gatte in spe gehorcht sofort, steckt die Schachtel wieder ein. Eine Szene, wie sie so oder etwas anders Alltag in vielen Ehen sein dĂŒrfte. Doch die Hochzeitsgesellschaft, die sich am Freitagmorgen am LippstĂ€dter Standesamt einfindet, ist eine besondere. Und das nicht nur wegen des doch schon recht hohen Alters der frischgebackenen Eheleute - sie ist 65, er 75. Mit Anni Kortmann und ihrem langjĂ€hrigen Verlobten Wilhelm Dorsch geben sich vor Standesbeamtin Barbara Horenkamp zwei Menschen das Ja-Wort, die unter Betreuung stehen und die seit 20 Jahren in einer Lebenshilfe-Einrichtung fĂŒr betreutes Wohnen leben.


Sie haben sich vor 30 Jahren in der Klinik Benninghausen kennengelernt, seit zehn Jahren sind sie verlobt und seit Freitag ein Ehepaar: Mit dem Anstecken der Ringe besiegeln Anni Kortmann und Wilhelm Dorsch den Bund fĂŒrs Leben. - Foto: Heienbrok

„Dass von uns betreute Patienten heiraten, das kommt durchaus schon mal vor“, sagt Stefanie LĂ€ssig von „Betreuen und Wohnen im Kreis Soest“, einer gemeinnĂŒtzigen Gesellschaft der Lebenshilfe. Aber dies sei „schon etwas ganz Außergewöhnliches“, meint die SozialpĂ€dagogin mit Blick auf das Alter der FrischvermĂ€hlten.

Die beiden besiegeln nicht nur den Bund fĂŒrs Leben. Sie machen auch einen weiteren Schritt in ein eigenstĂ€ndiges, trotz Handicaps und gesetzlicher Betreuung möglichst „normales“ Leben. Ursula Hellmig, die Betreuerin von Anni Kortmann, spricht von der „Anerkennung der BĂŒrgerrechte“, die Hochzeit hat fĂŒr sie „etwas Symbolisches“. Ob sie als gesetzliche Betreuerin, frĂŒher Vormund genannt, ihren Segen zur Heirat geben musste? „Nein“, meint sie, „die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.“ Die 65-JĂ€hrige habe sie zwar gefragt, was sie denn von den HochzeitsplĂ€nen halte - aber eher so wie man das mit einer Freundin bespreche. Sie habe sofort gesagt, dass sie das gut finde.

Zeit genug zur PrĂŒfung vor der Bindung hatte das Paar schließlich. Sie kennen sich seit 30 Jahren, seit der Zeit, da sie beide in Benninghauser im Heim lebten. Sie haben typische Heim- bzw. Psychiatrie-Karrieren hinter sich. Anni Kortmann wurde frĂŒh in ein Kinderheim „abgeschoben“, mit zehn Jahren kam sie wegen einer Minderbegabung in die Kinder- und Jugendpsychiatrie und 1971 nach Benninghausen.

Vor ĂŒber 20 Jahren kam erst sie, dann er ins betreute Wohnen, in eine gemeinsame Wohnung in der Kolpingstraße. Dort managt die lebenslustige Seniorin (natĂŒrlich war sie auch bei der Eröffnung von H&M) ihr und das Leben ihres Mannes weitgehend selbstĂ€ndig. Gerade einmal drei Stunden in der Woche ist SozialpĂ€dagogin LĂ€ssig vor Ort, schaut nach dem Rechten, klĂ€rt anstehende Fragen.

Vor zehn Jahren haben sich Anni Kortmann und Wilhelm Dorsch verlobt, am Freitag „machen sie Ernst“, wie Standesbeamtin Barbara Horenkamp es formuliert. Ob sie aufgeregt sei, fragt eine Bekannte vor der Eheschließung. „Nein, noch nicht“, sagt die 65-JĂ€hrige. WĂ€hrenddessen zĂŒndet sich ihr kĂŒnftiger Gatte, an den Rollator gelehnt, draußen vorm Stadtpalais noch schnell eine Zigarette an.

15 Minuten dauert die Zeremonie, bei der Stefanie LĂ€ssig und Ursula Hellmig Trauzeuginnen sind - dann sind die beiden Senioren ein Paar und Anni nun Frau Dorsch. Sie strahlen, draußen warten Freunde, Bekannte und andere Betreute mit Sekt - eine ganz normale Hochzeit eben. - hei

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31.05.2010

"Der Patriot" schreibt:

Miteinander prÀgt Wohnidee
Betreuen und Wohnen baut im Herzen der Stadt fĂŒr Menschen mit einer Behinderung

ERWITTE - Die Einwohner Erwittes haben Menschen mit einem Handicap stets gern in ihrer Mitte aufgenommen. Sie leben harmonisch mit ihnen zusammen! Diese Tatsachen haben die Betreuen und Wohnen im Kreis Soest gGmbH auf den Plan gerufen. Sie lĂ€sst als TrĂ€ger auf dem GelĂ€nde an der von-Droste-Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft von Marienhospital und Caritas-Sozialstation, auf einem ErbpachtgrundstĂŒck der von-Hoerdeschen-Stiftung mit einem Kostenaufwand von rund 2,2 Millionen Euro ein „Wohnhaus fĂŒr Menschen mit einer Behinderung“ errichten.


Im Beisein von Pfarrer Westermann (2.v.r.) „setzten“ BĂŒrgermeister Wessel (3.v.r.) und Architekt Sander (l.) vor den TrĂ€ger-Vertretern den ersten Spatenstich. Mit dabei u.a. auch Werner Bohnenpoll (r.) vom Marienhospital. Foto: Gehre

Gestern stand symbolisch der erste Spatenstich auf dem Programm. Bereits im Sommer nĂ€chsten Jahres sollen die 24 Wohneinheiten, jeweils mit KĂŒche und Bad ausgestattet, sowie alle NebenrĂ€ume etc. fertiggestellt sein. TrĂ€ger-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Wilhelm Glarmin und Beirats-Vertreter Thomas Bauhoff stellten Einrichtung und Werdegang dann bis ins Detail vor. Sie machten u.a. deutlich, dass es um die „komplementĂ€re Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung“ gehe. Im Zuge eines entsprechenden Wohn- und Betreuungsprogramms habe der Landschaftsverband (LWL) fĂŒnf Millionen Euro zur VerfĂŒgung gestellt. 20 Menschen hĂ€tten im Zuge des Programms und im Laufe der Zeit Wohnungen auch in Erwitte bezogen. Inzwischen wĂŒrden diese Einheiten aber nicht mehr den Anforderungen fĂŒr „adĂ€quaten Wohnraum der Behindertenhilfe“ entsprechen. Dieser Fakt sei Ursprung fĂŒr die Wohnhaus-Idee in Erwitte.

Glarmin und Bauhoff betonten, dass das neue Haus dazu beitrage, bereits in der Hellwegstadt lebende Menschen mit Handicap nicht aus ihrem aktuellen Umgebung reißen zu mĂŒssen. Außerdem habe man seitens der Bevölkerung und der Politik stets breite UnterstĂŒtzung bei allen Überlegungen und Planungen erfahren. Dies treffe auch fĂŒr die von-Hoerdesche-Stiftung (gestern vertreten u.a. durch Pfarrer Westermann) und besonders die beispielhaft engagierte Elisabeth Römer zu. Dank ging schließlich an die kommunalen EntscheidungstrĂ€ger, die alle planungsrechtlichen Voraussetzungen rasch und unkompliziert geschaffen hĂ€tten.

Der Neubau - so die Redner - wird rund 2,2 Millionen Euro verschlingen. UnterstĂŒtzung gibt es von der Stiftung Wohlfahrtspflege (280 000 Euro). Das Land gewĂ€hrt zinsgĂŒnstige Kredite (790 000 Euro). Weitere Fördermittel (250 000 Euro) werden von der „Aktion Mensch“erwartet.

Bevor Architekt JĂŒrgen Sander auf die Maßnahme einging (weiterer Bericht folgt), erklĂ€rte BĂŒrgermeister Peter Wessel, dass das Wohnhaus im Herzen der Stadt genau so willkommen sei, wie dessen Bewohner: „Das Miteinander soll im Vordergrund stehen.“

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01.12.2009

Tierisches VergnĂŒgen bei der Betreuen und Wohnen gGmbH

Mit dem Thema 'Haustiere und Nutztiere' beschĂ€ftigten sich die Erwitter Senioren des WohnstĂ€ttenverbundes des Betreuen und Wohnen im Kreis Soest gGmbH. Im Rahmen der Themenwoche erhielten sie Besuch von SchĂŒlern und SchĂŒlerinnen des Ostendorf-Gymansiums Lippstadt.

Diese berichteten ĂŒber die von ihnen mitgebrachten Zwei- und Vierbeiner, darunter Hunde verschiedener Rassen, Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittiche. Im Anschluss daran hatten die Senioren noch viel Spaß beim Streicheln der Tiere.Ein weiterer Schwerpunkt der Themenwoche war die Besichtigung des Bauernhofs Balks in Enkesen bei Soest. Der Betriebsleiter informierte die Gruppe ĂŒber die moderne Milchviehhaltung und die Schweinemast. Besonders die kleinen Ferkel eroberten die Herzen der Besucher.